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Ausstellung in Karlsfeld

Die grosse Kriecherei: Spinnen-Austellung am Bürgerhaus

Die Spinnen-Ausstellung zieht viele Besucher zum Bürgerhaus an.

Für zahlreiche Familien wandelte sich der Sonntagsspaziergang in einen besonders angenehmen Ausflug: Im Bürgerhaussaal von Karlsfeld konnten über 500 Kriechtiere betrachtet werden – Tiere, denen normalerweise weniger Sympathie entgegengebracht wird. Ein Highlight war eine schwarz gefärbte Uruguay-Vogelspinne namens Grammostola pulchra, die bereitwillig genommen und fotografiert wurde. Diese Spinne zeigte sich sehr ausgeglichen und widerstandsfähig. Offenbar passt sie auch gut als "Kuscheltier". „Sie fühlt sich so weich an!“ riefen mehrere Mädchen begeistert, nachdem sie das Tier kurz gehalten hatten.

Seit zwölf Jahren durchzieht die Ausstellung "Insectophobie" zahlreiche Städte im ganzen Land. Sie wurde vom 41 Jahre alten Giovanno Neigert aus Mittelfranken ins Leben gerufen. Bereits in seiner Jugend war ihn begeistert von den unterschiedlichen Kreaturen, die sich umherbewegen. Als Zwölfling besaß er sein erstes Spinnentier. Eigentlich sollte die Ausstellung "Wider die Insektenfurcht" heißen. Denn damit will Neigert eine oft übertriebene Scheu vor Kleinkriechzeug abbauern. Durch das Betrachtest und Studium soll deutlich werden, dass diese Tiere äußerst interessant und keinesfalls gefährlich sind.

Dieser Grund zieht ebenfalls zahlreiche Besucher an, insbesondere Familien mit Kinder. Es überrascht, wie viele Eltern ihre Sprösslinge durch die winzigen Terrarien führen lassen möchten. Eine Mama erklärt, dass sie ihren dreien diese einzigartige Welt näherbringen will. Ihr jüngster Sohn zählt erst zweiundzwanzig Monate. Dagegen bemerkt ein Papa stolz, dass ihr Bub schon seit langem begeistert von den kleineren Lebewesen ist. In der Tat bietet es genug Anlass zum Staunen und Lernen. Für jede einzelne Tierart findet man detaillierte naturkundliche Erläuterungen vor. Man erkennt die Eigenschaften verschiedener Arthropoden – ob Spinnentierchen, Mantiden, Laufblattläuse, Scorpione sowie verschiedene Coleopteren und Blattschabearten – ganz genau beschrieben. Selbst faszinierende Fakten kommen dabei ans Licht: Zum Beispiel erreichen weibliche Vogelspinne einen Altersumfang zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Jahren; im Gegensatz dazu leben männliche nur drei bis fünf Jahre.

Bemerkenswert ist die hohe Anzahl an jugendlichen Besuchern. Diese stellen Fragen zur Pflege, der benötigten Temperatur und zu ihren Futtergewohnheiten. Der 13 Jahre alte Gabriel kennt das schon; er weiß, dass sie in einem Terrarium gehalten werden. „Terrarium“ leitet sich ab vom Wort Terra, also Erde. Anders als im Aquarium gibt es hier also Boden. Gabriel plant für bald, seinerseits so einen Erdraum anzulegen – natürlich mit passenden Bewohnern darin: „Ich muss nur erst meine Eltern umstimmen“, erklärt er. Nach diesem Rundgang dürften seine Eltern sicherlich geneigt sein, seinem Wunsch entsprechen zu wollen.

Elfriede Peil

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