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Ostersuche, Gottesdienste, Friedensmärsche: Sachsen begehrt Ostern – sowohl als christliches wie auch als Frühlingsfest. Während Musik und Gebete an die Auferweckung Christi aus dem Tode erinnern, sind Kinder begierig darauf, bei der Ostersuche zu helfen, und Familien planen Ausflüge ins Freie – und im Angesicht von Kämpfen und Schwierigkeiten wird es Zeit für einen Ostmarsch.

IN DEN KIRCHEN: Rund 1.700 lutheranischer und römisch-katholischer Gotteshäuser bieten eine Vielzahl von Gottesdiensten und Konzerten im Rahmen ihrer Traditionen. Neben Feiern um das Osterfeuer hinzuweisen sind die sogenannten Ostermetten, bei denen Gläubige sich morgendlich am Sonntag vor einer noch finstere Kirche zusammenfinden, ihre Osterlichter entfachen – oft ergänzt durch ein gemeinsames Frühstück zu diesem Anlass. Ein besonderes Highlight stellt jährlicher Weise die ökumenische Veranstaltung „Osternacht“ auf dem Hügel Oybin im Zittauer Gebirge dar. Besonders auf dem Lande bleibt auch das Brauchtum des Abrufens von Osterwasser erhalten, während viele erwachsene Neugetaufte in Orten wie der Dresdener Frauenkirche diese Zeit als bevorzugtes Taufen wählten.

MUSIK: Der Dresdner Kreuzchor Erwartet zahlreiche Gäste für die Aufführungen von "Johannespassion", die Ostervesper, sowie das Feuerwerk mit dem Mettenspiel in der Nacht zum Ostersonntag. Die Thomaner In der Leipziger Thomaskirche wird das Oster-Oratorium von Bach dargestellt und es finden die Ostermesse statt.

MUZEEN: Im Dresden Museum für sächsisches Volkskunst können Sie kunstvolle Ostereier bewundern, während um sie herum dekorative Osterstraußen prangen. Hier ist es möglich, den Meistern bei der Herstellung zuzuschauen. In Schloss Rochlitz wird aufgeklärt, ob bereits mittelalterliche Ritter sich an Eiersuchspielen ergötzt haben. Das serbische Museum in Bautzen bietet ebenfalls einen Einblick in besondere Verzierungsverfahren und stellt die beeindruckendsten serbischen Ostereier des Jahrzehnts zur Verfügung.

IM BRAUCH: In der katholischen Lusatia, dem Wohnsitzbereich der Sorben, findet die Osterbotschaft auch von Pferderücksitzen heraus statt. Gemäß alter Tradition marschieren etwa 1500 Männer im Frack und mit Zylindern auf ihren Pferden singend und betend bei Glockenklang von ihrer Heimatkirche aus durch die Felder bis zum nächsten Dorf.

Beim Bautzner Eierschieben wirft der Eierjokel farbige Kugeln auf den Protsschenberg, während die Kinder unten im Tal diese Bälle fangen und gegen kleine Präsente eintauschen dürfen – ähnlich wie früher vermögende Stadtbewohner gekochte Eier, Früchte oder Nüsse den steilen Hang zur Spree hinunterschicken und so armere Kinder unterstützen wollten.

Freizeitgestaltung bietet von der „ritterlichen Schau“ bis zum Osternaturenspiel eine breite Palette an Aktivitäten für Eltern und Kinder. Im Rahmen der Osterbasare in Meißen, Schwarzenberg sowie Rammenau besteht die Möglichkeit, spazieren zu gehen, Handwerksarbeiten anzufertigen und Spiele zu genießen. Für Liebhaber tierischen Amüsements steht ein Besuch beim Oster-Rallyefahren und dem Schlüpffest des Küken im Dresden’schen Zoologische Garten oder am Rennplatz mit den Mistwagenrennen und der Suche nach Haienzähnen im Vogelpark Görlitz-Zgorzelec zur Verfügung.

OSTERFEUER: Wie es seit jeher Sitte ist, sammeln viele Menschen an verschiedenen Orten Holz oder Reisig ein, stapeln dies zu einem Großfeuer und zünden dieses an. Solche Veranstaltungen sind normalerweise anzumelden und benötigen Genehmigung; oft überwachen lokale Brandbekämpfungsteams das Ganze – Kirchengemeinschaften setzen hingegen gewöhnlich Feuermulden auf festem Untergrund für diesen Zweck ein.

OSTERHASE-SUCHE: Ob auf der Festung Königstein, im Saurierpark Kleinwelka oder in Schlossrammenau und Moritzburg – überall ist das Aushorchen von Ostereiern möglich. Der Osterhase bereitet Überraschungen auf der Albrechtsburg Meissen vor, während es auf Weesenstein um eine Schnitzeljagd geht. Darüber hinaus verkehren die Weißeritz- und Lößnitzgrund-Bahnen als Osterhasen-Züge durch die Täler.

AUF DEM WEG ZUR FRIEDENSSTILLLE: Zahlreiche Personen nutzen die Feiertage, um für den Frieden und zur Förderung der Abrüstung zu protestieren. Derzeit stehen insgesamt sechs Demonstrationsveranstaltungen auf der ganzen Landkarte an. Ostermärsche In Chemnitz, Plauen, Leipzig, Kamenz und Dresden – für eine Welt ohne Kriegshandlungen, gegen Rüstungszuwachs und den Abbau sozialer Leistungen.

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